Auf was man bei Auskünften der Steuerverwaltung achten sollte

Auch eine falsche Auskunft der Steuerverwaltung ist bindend, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es wurde ein konkreter, auf die bestimmte Person bezogener Fall beurteilt
  • Die angefragte Behörde war für die Erteilung des Auskunft zuständig
  • Der Steuerpflichtige konnte die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen
  • Aufgrund der Auskunft wurden Handlungen vollzogen, welche im Nachhinein nur schwer zur korrigieren wären
  • Die Gesetzeslage hat sich sein Auskunftserteilung nicht geändert.
Kreditgesuch Covid19

Schon häufig habe ich auf die Möglichkeit einer Anmeldung bei EasyGov hingewiesen. Diese Adresse soll Ihnen ermöglichen alle laufenden Geschäfte von der Gründung bis zur Schliessung einer Unternehmen bei behördlichen Kontaktnahmen und Deklarationen zu helfen.

EasyGov ist nun auch die Kontaktstelle für die Gesuche um Kredite in Bezug auf die hängige Corona-Krise und deren geschäftlichen Auswirkungen. So kommen Sie auf die richtige Seite: https://covid19.easygov.swiss/

Melden Sie Ihr Kreditgesuch über diesen Link an und registrieren Sie Ihr Unternehmen gleichzeitig bei EasyGov.

Corona-Virus

Wir werden nun öfters von unseren Kunden gefragt, wie die Hilfe für das Gewerbe, für die Industrie und für Selbständigerwerbende nun effektiv aussehe und an welche Stelle man sich um Hilfe wenden soll.

Wir helfen Ihnen gerne bei der Ermittlung von Buchhaltungszahlen, die Beantragung von Hilfen des Bundes und der Kantone obliegt jedoch bei Ihnen. Wir sind somit lediglich Beihilfe, nicht aber Ausführende.

Betreffend Kurzarbeit (bei GmbH’s und AG’s) orientieren Sie sich auf dieser SECO-Seite: https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/neues_coronavirus/kurzarbeit.html.

Anträge für Kurzarbeitsentschädigungen erhalten Sie unter diesem Link: https://www.vol.be.ch/vol/de/index/arbeit/arbeitsmarkt/kurzarbeitsentschaedigung.html.

Bei Selbstständig-Erwerbenden gilt das oben beschriebene Szenario natürlich auch für Ihre Angestellten, nicht aber für die Geschäftsinhaber. Hier orientieren Sie sich: https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/neues_coronavirus/selbstaendige.html. Meldestelle für Entschädigungen sind die prämienverrechnenden Ausgleichskassen des Betriebes (www.akbern.ch). Die Entschädigungen müssen von Ihnen beantragt werden und betragen 80 % des Lohnausfalles, aber höchstens Fr. 196/Tag.

Bei diesen Taggelder stellt die Ausgleichskasse nicht automatisch auf die aktuellen Zahlen um, sondern auf die von ihr ausgestellten Akontorechnungen, deren Basis oft um Jahre zurückliegt. Gemäss Information kann man hier verlangen, dass auf aktuellere, von der Steuerverwaltung verifizierte Zahlen abgerechnet wird.

Die ganzen Vorgänge, Anmeldungen, Bestätigungen sind keineswegs so „unbürokratisch“, wie das die Regierung klar machen will. Um aber in dieser schweren Zeit an sein berechtigtes Geld zu kommen, ist halt doch ein gewisser Aufwand nötig. Wie gesagt, wir helfen Ihnen gerne bei der Ermittlung der erforderlichen Zahlen, das Ausfüllen der Formulare bleibt jedoch Ihre Aufgabe.

Eine weitere vom Bundesrat angekündigte Hilfe besteht in garantierten Darlehen. Dazu wenden Sie sich an Ihre Geschäftsbank, beschreiben Ihre Situation und sollten, nach Aussage von BR Maurer, innerhalb von 30 Minuten den gewünschten Kredit erhalten. Zu beachten ist dabei: Die Kredithöhe wird voraussichtlich 10 % des Jahresumsatzes betragen, jede Bank ist in sich eine eigene Organisation mit eigener eigenwilliger Kreditvergabe und letztlich müssen diese Darlehen nach Abklingen der Krise auch wiederum zurück erstattet werden.

Allen Kunden, Freunden, Verwandten wünschen wir von Herzen einen guten Rutsch durch dieses Virus-Dilemma.

Aktionärsdarlehen (Aktiv-Kontokorrente) als geldwerte Leistungen

Vorsicht bei aktiven Kontokorrenten des Geschäftsinhabers. Die jährliche Erhöhung des Allein-Aktionärs-Aktivdarlehens wird häufig umqualifiziert in geldwerte Leistungen, respektive es wird eine Dividendenausschüttung des Betriebes vermutet. Am Beispiel: Dei Steuerverwaltung akzeptiert ein Aktivdarlehen über Fr. 100’000 nicht mehr als Darlehen, sondern als eine (vor Jahren) ausgeschüttete Netto-Dividende (= 65 %). Brutto also Fr. 154’000. Die (eventuell nicht mehr rückforderbare) Verrechnungssteuer beträgt Fr. 54’000, die Steuern (bei einem Satz von 20 %) ebenfalls Fr. 31’000, zusammen Fr. 85’000. Dazu können noch Nach- und Strafsteuern sowie Bussen kommen, so dass rasch mal 100 % des vermeintlichen Darlehens an die Steuerverwaltung abzuliefern ist.

Die verschwindenden Aktien

Ab 1.1.2019 sind sogenannte Inhaberaktien, also Aktien, welche in keinem Aktionärsbuch aufgeführt und somit 100-% anonym sind, nicht mehr gestattet. Obwohl kaum eine KMU-Aktiengesellschaft davon betroffen sein wird, soll trotzdem darauf hingewiesen werden: Wen nach 5 Jahren immer noch Inhaberaktien bestehen, werden diese „nichtig“. Das heisst, dass die Inhaber ihre Rechte an der Aktiengesellschaft nicht mehr ausüben dürfen/können.