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Die unangenehmen Pflichten der Revisionsstelle

Sofern eine Firma mehr als die Hälfte des Aktienkapitals und der Reserven als Verlust vortragen muss, muss gemäss Artikel 725 OR Massnahmen zur Beseitigung dieses Kapitalverlustes ergriffen werden. Das ist noch verhältnismässig schwammig. Bei einer eventuellen Verantwortlichkeitsklage wird man aber schon nachweisen müssen, dass geeignete Massnahmen getroffen worden sind.

Sofern das gesammte Aktienkapital und die Reserven durch den vorgetragenen Verlust überdeckt wird, dann besteht eine Ueberschuldung und der Verwaltungsrat (die Geschäftsleitung bei der GmbH) ist nach Artikel 725 Abschnitt 2 OR gezwungen, die Bilanz beim zuständigen Richter zu deponieren. In allgemein verständlichem Deutsch heisst das, dass man mit der letzten Bilanz, welche die Ueberschuldung aufzeigt, beim zuständigen Konkursamt vorsprechen muss.

Unternimmt die Geschäftsleitung (oder der VR) diesbezüglich nichts, ist die Revisionsstelle gezwungen, diesen Vorgang einzuleiten. Dies ist aus mehreren Sichten äusserst unangenehm: Der Revisor hat vielleicht nicht Zugang zu den letzten Akten und/oder wird zu einem späteren Zeitpunkt von der Gesellschaft angegriffen, weil man zu voreilig gewesen sei.