News

ISO 20022 und was es für den KMU-Betrieb bedeutet

(aus einem Beitrag an InPut von TreuhandSuisse)

ISO 20022 ist zurzeit in aller Munde und wird von Banken und Software-Herstellern seit Mitte vergangenen Jahres als absoluter Handlungsbedarf für alle Unternehmen, seien dies Grosskonzerne oder kleine und kleinste KMU, angepriesen. Was ist aber unter ISO 20022 zu verstehen? Grundsätzlich will ISO 20022 als Standard für den internationalen Zahlungsverkehr im SEPA-Raum eine einheitliche Plattform, eine einheitliche Vorgehensweise schaffen. Sie bilden somit den Standard für den Austausch von Finanznachrichten zwischen Kunde und Bank, zwischen Bank und Kunde sowie zwischen den Banken.

Wichtiger Bestandteil von ISO 20022 ist die Abkehr von individuellen Kontonummern bei den verschiedenen Post- und Bankunternehmen hin zur bereits hinlänglich bekannten IBAN-Nummer.

Während in der Vergangenheit alleine in der Schweiz sieben unterschiedliche Formulare für den Zahlungsverkehr bestanden haben, soll dies spätestens ab 2020 auf den neuen Zahlteil der QR-Rechnung nach ISO 20022 begrenzt sein. Dieser Zahlteil wird nicht mehr vorgedruckter und selbständiger Einzahlungsschein sein, sondern durch den Rechnungssteller auf der Rechnung (oder einem separaten Blatt im A6-Format) gedruckt. Er beinhaltet als augenscheinlichster Punkt den QR-Code, einen Bar-Code, welcher beinahe die Hälfte des Zahlteils einnimmt. Dieser Code enthält dann nicht nur Angaben zu Einzahler und Empfänger der Zahlung, sondern auch weitere (vorher integrierte) Informationen wie Rechnungsnummern oder Details zur Lieferung.

Die Planung sieht vor, dass die ersten QR-Rechnungen ab 1. Januar 2019 eingesetzt werden können. Bis dahin müssten also die eingesetzten EDV-Lösungen den entsprechenden Code generieren und auf die Rechnung eintragen können. Und die Kreditorenbuchhaltungen sollten in der Lage sein, die QR-Codes richtig zu übernehmen und in den Zahlungsvorgang integrieren können.

Kleine Unternehmen und Private, welche nicht über eine softwaregestützte Fakturierung oder eine Debitoren-/Kreditorenbuchhaltung verfügen, haben somit heute noch keinen Handlungsbedarf. Der immer wieder gehörte Aufruf zur Anpassung der Buchhaltungssoftware bezieht sich nicht auf einfache Finanzbuchhaltungen. Die vorhandenen Einzahlungsscheine sollten noch bis 2020 allseitig akzeptiert sein. Ab dem 4. Quartal 2018 wird dann voraussichtlich SIX (Swiss Exchange www.swiss-group.com) eine allgemeine, für alle zugängliche Software anbieten, welche auch kleinen Betrieben die Rechnungsstellung mit dem neuen „Einzahlungsschein“ erlaubt.

Weitere Information sind auf der Homepage von www.iso-20022.ch zu erfahren.