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Vermögensverzicht und Ergänzungsleistung

Wer in weiser Voraussicht sein Vermögen rechtzeitig an die Erben weiterleitet, wird in Notlagen jederzeit auf die Ergänzungsleistungen der AHV zurückgreifen können. So lauten die Schlaumeiereien bei vielen (noch) vermögenden älteren Personen. Es ist jedoch bekannt, dass die Behörden solche vorzeitigen Geschenke zur Unterstützung von notleidenden Eltern von der Erben/Beschenkten zurückfordern kann. Oder aber die Ergänzungsleistungen werden gekürzt/verweigert.

Was weniger bekannt ist, ist die Tatsache, dass es nicht unbedingt Schenkungen und Vorvererbungen braucht. Auch ein übermässiger Verbrauch des vorhandenen Vermögens (mehr als 10 % Verbrauch pro Jahr) kann als Vermögensverzicht interpretiert werden. Als Beispiel kann hier der Barbezug des Pensionskassengeldes mit nachfolgender Weltreise und dem Kauf eines Ferraris mit anschliessender Notlage gelten.

Letztlich sei einmal mehr darauf hingewiesen, dass Nachkommen, beschenkt oder nicht beschenkt, nach dem Gesetz eine Unterstützungspflicht gegenüber den Eltern haben. Das relativiert ein wenig die oft gehörte Meinung, dass auf Schenkungen/Vorvererbungen, welche länger als 10 Jahre zurückliegen, nicht mehr zugegriffen werden kann.

Die Sofortabschreibung auf Anlagegüter

Bis vor kurzem galt die Regel, dass Anschaffungen im Erwerbsjahr zu 100 % abgeschrieben werden dürfen, sofern der Gewinn dadurch nicht um mehr als 25 % von demjenigen des Vorjahres abweicht. Diese Regel ist nun auf drei Jahre ausgeweitet worden.

Neu gilt, dass sich der Gewinn des durch einen 100 % Abschreibung belasteten Jahresabschlusses nicht um mehr als 25 % von den letzten 3 Jahren unterscheiden darf. Wobei diese 25 % Abweichung selbstverständlich nicht gelten, wenn der neue Gewinn HOEHER ausfällt.

Rekurse und deren Gefahren

Manch einer «droht» der Steuerverwaltung nach einer abgewiesenen Einsprache mit dem Gang zur Rekurskommission. Doch so gefahrlos ist dieser Gang nun auch wieder nicht. Recht oft kommt es vor, dass die Steuerverwaltung noch ein oder zwei Augen zugedrückt hat, was die Rekurskommission als «neutrale» Stelle aber korrigieren kann.

Angenommener Fall: Inhaber fährt als Geschäftsfahrzeug einen BMW für CHF 150’000, bezieht pauschale Spesen von CHF 600/Monat und hält seine Ferienwohnung als Anlagegut in der Bilanz. Die Steuerverwaltung bemängelt die Ferienwohnung und verlangt, dass diese privat gebucht und unterhalten wird. Darauf erhebt der Steuerpflichtige Rekurs

Die Rekurskommission gibt der Steuerverwaltung in Sachen Ferienwohnung recht, reduziert nun aber auch noch die pauschalen Spesen auf CHF 300/Monat und rechnet noch CHF 70’000 des Kaufpreises BMW als private Luxusausgabe auf. So kann’s gehen!

Geldwerte Leistungen

Angenommener Fall: Der Sohn als Inhaber einer Aktiengesellschaft überlässt seinem Vater den noch werthaltigen, aber nicht mehr benötigten Mercedes im Wert von CHF 40’000.

Die Steuerverwaltung wird diesen Wertverlust bei der AG als Gewinn besteuern (ca. 20 %), beim Sohn als Einkommen aus Beteiligungen (ca. 25 %) und beim Vater als Schenkungssteuer nochmals ca. 6 %, also total ca. 51 %!

Es ist ratsam, solche Geschäfte mit dem Treuhänder oder Steuerberater vorgängig zu besprechen.

Pikantes Detail zum neuen Aktienrecht

Nicht nur wer als kleine KMU Aktiengesellschaft oder GmbH Ende Jahr eine Unterbilanz oder eine Ueberschuldung feststellt, sondern auch wer einer drohenden Illiquidität entgegensieht, ist gezwungen, einen Finanzplan zu erstellen und diesen von einem ausgewiesenen Revisor prüfen zu lassen. Dies gilt auch für Firmen, welche keine Revisionsstelle ernannt haben (Opting-Out). Bloss, welche Revisionsstelle wird sich gerne bei solch prekären Situationen einbeziehen lassen?