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Aktionärsdarlehen (Aktiv-Kontokorrente) als geldwerte Leistungen

Vorsicht bei aktiven Kontokorrenten des Geschäftsinhabers. Die jährliche Erhöhung des Allein-Aktionärs-Aktivdarlehens wird häufig umqualifiziert in geldwerte Leistungen, respektive es wird eine Dividendenausschüttung des Betriebes vermutet. Am Beispiel: Dei Steuerverwaltung akzeptiert ein Aktivdarlehen über Fr. 100’000 nicht mehr als Darlehen, sondern als eine (vor Jahren) ausgeschüttete Netto-Dividende (= 65 %). Brutto also Fr. 154’000. Die (eventuell nicht mehr rückforderbare) Verrechnungssteuer beträgt Fr. 54’000, die Steuern (bei einem Satz von 20 %) ebenfalls Fr. 31’000, zusammen Fr. 85’000. Dazu können noch Nach- und Strafsteuern sowie Bussen kommen, so dass rasch mal 100 % des vermeintlichen Darlehens an die Steuerverwaltung abzuliefern ist.

Die verschwindenden Aktien

Ab 1.1.2019 sind sogenannte Inhaberaktien, also Aktien, welche in keinem Aktionärsbuch aufgeführt und somit 100-% anonym sind, nicht mehr gestattet. Obwohl kaum eine KMU-Aktiengesellschaft davon betroffen sein wird, soll trotzdem darauf hingewiesen werden: Wen nach 5 Jahren immer noch Inhaberaktien bestehen, werden diese «nichtig». Das heisst, dass die Inhaber ihre Rechte an der Aktiengesellschaft nicht mehr ausüben dürfen/können.

Verrechnungssteuer – es gibt nichts Schlimmeres

In Bezug auf die absoluten Verjährungsfristen zeigen einige «Verbrechen» keine Verjährung an. Es sind dies Kriegsverbrechen, Kindsmissbrauch, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und …… ob man es glaubt oder nicht …. die Verrechnungssteuer. Dazu kommen die möglicherweise ungleichen Bewertungen dazu: Wird zum Beispiel ein Privatanteil vom Kanton mit Fr. 5’600 akzeptiert, bewertet das die Eidg. Steuerverwaltung (z.B. die MWSt) vielleicht mit Fr. 20’000. Die Differenz ist dann MWSt-pflichtig UND Verrechnungssteuer-pflichtig. Auf diese Differenz macht die MWSt Fr. 1’109 aus, die Verrechnungssteuer aber Fr. 7’754. Und wenn man Pech hat, sind diese Verrechnungssteuer dann auch schon aus der Rückerstattungsfrist verschwunden.

Vorsicht bei Gutschein-Geschenken

Die Weihnachtszeit und damit auch die Geschenke-Zeit liegt vor uns. Weiss man nicht, was als Geschenk angebracht ist, will aber trotzdem keine Bargeld-Geschenke machen, greift man oft zur Möglichkeit eines Geschenkes in Gutscheinform.

Aber Achtung: Viele Gutscheine sind mit einem Ablaufdatum versehen. Ein Gutschein mit einer Gültigkeit von 3 Jahren ist nach 3 Jahren und 2 Tagen nicht mehr gültig. Was tun? Seriöse Anbieter verlängern diese Gutscheine oder vergüten den eingezahlten Betrag dem Einzahler zurück. Wie gesagt – die seriösen Anbieter machen das. Andere, am erlebten Beispiel mit der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn (SGSo), verstehen die Ausgabe von Gutscheinen als Wettbewerb: Verpasst der Beschenkte die Einlösefrist, so geht der Betrag nicht etwa zurück an den Einzahler, sondern verbleibt in der Kasse des Vereins. Untermauert wird diese Haltung mit Aussagen wie: Wir benötigten solch vergessene Gutscheine, damit wir einen Konkurs abwenden konnten. Wahrlich, traumhafte Geschäftspartner!

Die Abstimmungen bei der MWSt

Gemäss Mehrwertsteuer-Gesetz hat jedes Unternehmen innert 180 Tagen eine Abstimmung über die Umsatzsteuer zu erstellen. Diese Frist ist nicht auf den Jahresabschuss (z.B. 31.12.) bezogen, sondern auf die Eingabefrist der jeweiligen Abrechnung. Das heisst somit, dass die Frist bei Jahresabschluss per 31.12. auf den 31. August des Folgejahres bezogen ist.