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Die versteckten Hürden der FABI

Wir haben bereits darüber geschrieben: Wer einen längeren Arbeitsweg hat, kann (bei der Direkten Bundessteuer) nurmehr Fr. 3’000/Jahr in Abzug bringen. Diese Regelung hat nun auch Auswirkung auf die Benutzer von Geschäftsautos:

Wer ein Geschäftsauto fährt und somit bereits mal 9,6 % des Kaufpreises als Privatanteil übernimmt, wird sich auch den Arbeitsweg aufrechnen lassen müssen, sofern dieser mehr als Fr. 3’000/Jahr (oder ca. 4’300 km/Jahr oder mehr als 10 km pro Arbeitsweg) ausmacht.

Eine knifflige Berechnungslawine rollt da auf uns zu. Aber zumindest werden nun einige Steuerpflichtige plötzlich einen viel kürzeren Arbeitsweg ausweisen als bisher.

Neues für die nächste Steuererklärung 2014

Mit der Steuererklärung 2014 fällt die «Grosse Pauschale» (20 % des Einkommens, aber höchstens Fr. 7’200), wie sie bisher auch ohne Nachweis von Gewinnungskosten auf Formular 6 hatte geltend gemacht werden können.

Gross in den Medien diskutiert wurde dabei auch die Begrenzung des Abzuges für Fahrkosten zum/vom Arbeitsort. Diese Neuregelung gilt aber erst ab der Steuererklärung 2016. Die Fahrkosten sind dann bei den direkten Bundessteuern begrenzt auf Fr. 3’000/Jahr. Bei der kantonalen Steuerverwaltung wird eine entsprechende Begrenzung noch diskutiert, dürfte jedoch wohl höher ausfallen als die eidgenössische Regelung.

So oder so ist es ein Skandal, dass Gewinnungskosten (das heisst, Kosten die ausschliesslich anfallen um das zu versteuernde Einkommen überhaupt erzielen zu können) begrenzt werden. Es ist eine stille Erhöhung der Steuern.

Verheiratet vs. Konkubinat in Sachen Sozialversicherung

Das Bundesgericht hat festgehalten, dass die Plafonierung, das heisst die Nicht-Verdoppelung der AHV-Rente bei Verheirateten, nicht gegen das Diskriminierungsverbot verstösst, da «verheiratete Paare im Vergleich zu unverheirateten bei den Sozialversicherungen insgesamt kaum zu kurz» kommen würden.

In einem anderen Urteil bestätigt das Bundesgericht diese Auslegung mit der Abweisung einer Beschwerde einer Frau. Das Pensionskassenguthaben ihres verstorbenen Partners ging trotz schriftlicher Begünstigung nicht an sie, weil die beiden eben nicht verheiratet waren.

Ob dieses Urteil die Benachteiligung in der AHV (Ehepaare erhalten pro Jahr Fr. 14’040 weniger AHV als zwei Konkubinatspartner) rechtfertigt? Ich bin mir da rechnersich nicht so sicher.

«Vergessene» Privatanteile = Steuerbetrug?

Gemäss Bundesgerichts-Entscheid vom 4.7.2013 liegt beim nicht Verbuchen/Bezahlen eines Privatanteils an die Kosten eines auch privat genutzten Geschäftsfahrzeuges nicht bloss eine Steuerhinterziehung, sondern Steuerbetrug vor. Dies allerdings nur dann, wenn die private Nutzung des Geschäftsfahrzeuges «erheblich» ist. Ansonsten bleibt es beim Vorwurf der Steuerhinterziehung.

Eine Gehilfenschaft zum Steuerbetrug liegt zudem vor, wenn die Revisionsstelle in ihrem Bericht an die Generalversammlung keinen Hinweis auf diese Unterlassung eines Privatanteils anbringt.

Jahresrechnung und Revisionsbericht sind Urkunden. Der Vorwurf lautet somit nicht «bloss» auf Steuerbetrug, sondern zusätzlich auch auf Urkundenfälschung.

Die Steuererklärung 2014 (Artikel im Dr Wecker vom 31.1.2014)

Alle Jahre wieder …..  kommt auch die Steuererklärung ist Haus geflattert, und sie will fristgerecht und richtig ausgefüllt sein. Diese Bürgerpflicht ist für viele Leute ein rotes Tuch oder zumindest eine höchst unerfreuliche Aufgabe.

Noch vor wenigen Jahren (letztmals 1999/2000) hatten die Steuerpflichtigen nur jeweils alle zwei Jahre eine Steuererklärung einzureichen. Was im ersten Augenblick wie eine Vereinfachung wirkt, war aber wesentlich komplizierter als die heutige alljährliche Eingabe. Wer konnte sich denn schon zum Teil bis drei Jahre zurück noch an Einzelheiten erinnern.

Nachfolgend einige Tipps und Antworten:

zu den Fristen:

Einreichfrist für die diesjährige Steuererklärung ist der 15. März 2014. Diese Frist kann von jedem Steuerpflichtigen kostenfrei (bis 15. September) oder gebührenpflichtig (bis 15. November) verlängert werden. Dies erfolgt ganz einfach Online mit dem auf dem Brief der Steuerverwaltung angegebenen Nutzernamen und Passwort. Aber auch ganz normale schriftliche Fristverlängerungsgesuche sind möglich, kosten aber eine Kleinigkeit mehr. Eine Begründung für die eingegebene Verlängerung der Frist wird grundsätzlich nicht verlangt.

So stur und präzis wird allerdings auch der 15. März von der Steuerverwaltung nicht gehandhabt. Wer es schafft, seine Steuererklärung bis Ende April einzureichen, braucht sich um Verlängerungsgesuche nicht gross zu kümmern. Aengste vor Mahnungen oder Bussen sind da noch absolut unbegründet.

Wer allerdings seine Bürgerpflicht einfach vor sich hin schiebt und mit Fristverlängerungen immer weiter ins Jahr hinauszögert, leistet sich selber keinen grossen Dienst. Erstens vergärt er sich ein halbes Jahr mit der ewigen Forderung, die Steuererklärung nun doch mal in Angriff zu nehmen und zweites liegen die relevanten Ereignisse und Fakten immer weiter zurück. Warum also warten. Ein verregneter März-Sonntag ist doch dazu wie geschaffen.

zu den Unterlagen:

Egal, ob man seine Steuererklärung selber ausfüllt oder Drittpersonen dazu beizieht, es ist immer dasselbe: Es fehlen Belege, man hat die Unterlagen nicht vollständig geordnet oder weiss ganz einfach nicht mehr ganz genau, was, wann, wie und wo. Hier gibt es eine recht einfache Hilfe: Man beschafft sich eine Schachtel oder einen Ordner, in welche sämtliche steuerrelevanten Daten und Belege (Hypothekarzinszahlung, Unterhaltsrechnung, Arztrechnungen, Lohnausweise usw) bei Eingang, das heisst während des ganzen Jahres, und noch ohne jede Wertung gelegt werden. Wer das konsequent macht, wird im Zeitpunkt der Erstellung der Steuererklärung keine grossen Ueberraschungen erleben.

zur Online-Steuererklärung

Es wird auch weiterhin möglich sein, seine Steuererklärung auf dafür geschaffenen Formularen einzureichen. Da die Steuerverwaltung aber so stolz auf ihre elektronischen Einrichtungen ist, will sie die Bürger vermehrt zur Online-Steuererklärung drängen. Dabei geht sie so weit, dass sie jungen, in die Steuerpflicht eintretenden Bürgern schon gar keine Formulare mehr zuschickt. Jeder kann diese aber problemlos und telefonisch nachfordern.

Die Eingabe Online über den Computer scheint sich immer mehr durchzusetzen. Aber auch eine Online erfasste Steuererklärung muss zusätzlich noch mit einem Bestätigungsblatt auf dem normalen Postweg versandt werden.

Viele, vor allem ältere, Bürger verunsichert die Online-Erfassung zudem, weil sie nicht mit den herkömmlichen Formularen konfrontiert sind, sondern lediglich standardisierte Fragen zu beantworten haben. Trotzdem, der Versuch ist es allemal wert.

zu den Gewinnungskosten:

Die Medien sind voll von Hiobsbotschaften betreffend die sogenannten Gewinnungskosten. So sollen die Pendlerabzüge (Fahrkosten zwischen Arbeitsplatz und Wohnort) zusammengestrichen werden, da sonst Millionenbeträge an Steuern eingespart würden. Dabei geht vergessen, dass der Grundsatz bei der Steuererhebung immer noch lautet, dass sämtliche Auslagen, welche zum steuerbaren Einkommen geführt haben, grundsätzlich zu Abzug zuzulassen sind. Dies gilt für die Fahrkosten, für die auswärtige Verpflegung, für Weiterbildung wie auch für Arbeitskleider und Fachliteratur (letztere sind dabei meistens pauschal erfasst).

Der Kanton Bern akzeptiert bis zum Steuerjahr 2013 einen pauschalen Gewinnungskostenabzug bis Fr. 7‘200 (bis 20 % des Lohneinkommens) ohne jegliche Begründung. Diese Pauschale wird aber für die Steuerdeklaration 2014 nicht mehr gelten. Ab dann gelten nur noch die effektiven Auslagen (eventuell gekürzt durch die genannten begrenzten Pendlerabzüge).

zu den Steuerberatern/Steuererklärungsbüros

Massenhaft wird im Februar, März und auch noch im April Werbung gemacht von professionellen oder weniger professionellen Steuerbüros, welche das Ausfüllen Ihrer Steuererklärung zu immer noch günstigeren Konditionen anbieten. Angebote ab Fr. 50 für eine Steuererklärung oder mit einem Sonderrabatt für Senioren locken dabei Gutgläubige an.

Wer sich so beraten lassen will, sollte sich unbedingt vorgängig erkundigen, ob zum Angebotspreis Aufschläge für Liegenschaften oder Wertschriften-Positionen dazukommen. Viele Steuerbüros sind hier sehr kreativ in der Preisgestaltung.

Gute Steuerbüros oder Treuhänder verlangen für eine einfache Steuererklärung zwischen Fr. 100 und Fr. 300. In komplizierteren Fällen (mehrere Liegenschaften, umfangreiche Unterhaltsrechnungen, zweiseitige Wertschriftenverzeichnisse, Selbständige Erwerbstätigkeit) wird dann jeweils nach Zeitaufwand abgerechnet.

Versuchen Sie es doch einfach mal ganz alleine. Vielleicht merken Sie, dass das Ausfüllen der Steuererklärung gar keine so grosse Hexerei ist. Und die Versprechen einiger schwarzer Schafe unter den Steuerbüros, man werde Ihnen tausende von Steuerfranken sparen, sind ohnehin nur Schall und Rauch.

Der ultimative Steuerspartipp

Wer es sich erlauben kann, sollte unbedingt von der Möglichkeit der sogenannten Säule 3a Gebrauch machen. Diese Lebensversicherungen sind bis zur Pensionierung gebunden (Ausnahme: Einsatz des Geldes für selbstbewohnte Liegenschaften), können aber vollständig von den Steuern abgesetzt werden. Die Steuerersparnis beträgt somit rasch einmal 30 % des eingesetzten Betrages, bei der Auszahlung der Versicherung wird man mit ca. 8 % der Summe besteuert.

Die höchstmöglichen Einzahlungsbeträge betragen für Angestellte, welche einer Pensionskasse angeschlossen sind Fr. 6‘739, für Leute mit einem Erwerbseinkommen, welches nicht mit Pensionskassenbeiträge belastet ist Fr. 33‘696 (aber höchstens 20 % des Einkommens).

Diese Versicherungen kann man bei Geldinstituten (Banken und Postfinance) oder bei Versicherungsgesellschaften abschliessen. Die Säule 3a bei einer Versicherungsgesellschaft beinhaltet meistens auch einen Versicherungsschutz auf Leben, Krankheit und Invalitität und verlangt jährlich den immer gleich hohen Prämienbetrag. Demgegenüber sind Bankenlösungen eher sparorientiert und bieten deshalb auch variable Prämien an.

Den blödesten Steuerspartipp

bekommt man in diesen Tagen laufend durch Freunde, Pseudo-Steuerberater und die Presse vorgelegt:

Da der Hypothekarzins vollumfänglich bei den Steuern abgezogen werden kann, sollte man seine Verschuldung bei der Bank auf einem möglichst hohen Niveau halten. Hypothekarzinszahlungen an die Bank (z.B. Fr. 10‘000) erbringen eine Steuerersparnis von ca. Fr. 3‘000. Das mag ja stimmen, wenn man dem Grundsatz „Steuern sparen, koste es, was es wolle“ nachlebt. Aber faktisch wirft man bei dieser Lösung gute Fr. 7‘000 zum Fenster hinaus.